Die Faszienrolle

Wunderrolle oder doch mehr Schein als Sein?

Faszienrolle, Faszientraining Faszienrolle im Einsatz

Seit einiger Zeit hört man immer wieder von einem neuen Fitness-Tool, welches auf immer größeren Anklang stößt: Die Faszienrolle, im englischen foam roll. Teils hört man auch von der Blackroll, was im Grunde genommen nur der mittlerweile etablierte Markenname für diese Rolle ist. Diese Trainingsform hat sich seit einiger Zeit im Functional Fitness, im Leistungssport und in der manuellen Therapie durchgesetzt. Auch ist sie in immer mehr Fitness-Studios präsent. Wir stellen Euch im folgenden Die Faszienrolle vor und erklären, wie Ihr dieses Tool zum Training nutzen könnt.

Was ist eine Faszienrolle?

Klassische Faszienrollen haben eine Rollenform, als geometrische Figur würde man sie als Kreiszylinder benennen. Die Oberfläche der Rolle ist glatt und im Querschnitt der Rolle ist ein Loch. Mittlerweile gibt es auch etwas andere Faszienrollen, welche andere Effekte mit sich bringen: Faszienrollen mit Noppen, zwei aneinander geklebte Kugeln, große und kleine Rollen und, und, und. Allgemein kann man sagen, dass diese Rolle in Länge, Farbe, Härte und Beschaffenheit der Oberfläche variieren kann. Welche Rolle also die beste ist hängt von den individuellen Bedürfnissen ab, Einsteiger sind jedenfalls mit der klassischen Rolle sehr gut bedient.
Die Faszienrolle ist ein Gerät zur Selbstmassage des weichen Gewebes, also der Muskulatur und der Faszian, die diese umhüllen. Man kann allerdings nicht nur seine Muskulatur bearbeiten und durchkneten, mittlerweile wurden auch ganze Workouts für dieses Tool entwickelt.

Woher stammt die Faszienrolle?

Wie so viele Fitnesstrends stammt die Faszienrolle aus den USA. Langsam aber sicher hat sie dann ihren Weg nach Deutschland gefunden. Eine rasante Verbreitung hat die Faszienrolle seit 2012 erfahren. Ein wichtiger Hintergrund zur rasanten Entwicklung des Faszientrainings ist die Erkenntnis, dass die meisten Überlastungsschäden im Sportbereich nicht die Muskelfasern, Knochen, Bandscheiben oder kardiovaskulären Strukturen betreffen sondern zurückzuführen sind auf ein Versagen des faserigen Bindegewebes des Bewegungsapparates.

Was sind Faszien?

Liest man sich den Wikipedia-Eintrag zu Faszien versteht man auf Anhieb nicht viel, es sei denn man hat wirklich Ahnung vom Thema. So heißt es:

Faszie (auch Fascie, Entlehnung aus dem Lateinischen fascia für „Band“, „Bündel“) bezeichnet die Weichteil-Komponenten des Bindegewebes, die den ganzen Körper als ein umhüllendes und verbindendes Spannungsnetzwerk durchdringen. Hierzu gehören alle kollagenen faserigen Bindegewebe, insbesondere Gelenk- und Organkapseln, Sehnenplatten (Aponeurosen), Muskelsepten, Bänder, Sehnen, Retinacula (sogenannte „Fesseln“ beispielsweise an den Füßen) sowie die „eigentlichen Faszien“ in der Gestalt von flächigen festen Bindegewebsschichten wie die Plantarfaszie an der Fußsohle.[1]

Man muss sich die Faszien vorstellen als einen dreidimensionalen Ganzkörperanzug, welcher jeden Muskel, jeden Knochen, jeden Nerv und jedes Organ umgibt. Es ist Bindegewebe, welches unsere Muskulatur zusammenhält. Faszien haben einen enormen Einfluss darauf, wie wir uns bewegen, wie unsere Muskulatur arbeitet und wie unser Schmerzempfinden ist. Einige Experten vergleichen Faszien mit einem Schwamm. Wird dieser trocken wird er spröde und hart. Weil er nun porös ist reagiert er anfälliger auf äußere Einflüsse. Daher ist es wichtig, ihn feucht und elastisch zu halten. Ähnlich ist es mit den Faszien, diese sollten auch in Bewegung und eucht gehalten werden. Durch das Massieren des Fasziengewebes wird es gut mit Feuchtigkeit versorgt.
Verklebte oder verhärtete Faszien können zu unterschiedlichen Beschwerden führen, weshalb man diesem oft vergessenen Bindegewebe durchaus seine Beachtung schenken sollte.

Ist Faszientraining sinnvoll?

Durchaus sollte dem Faszientraining Beachtung geschenkt werden. Wie bereits erwähnt sind verklebte oder verhärtete Faszien der Ursprung vieler Beschwerden, durch das Faszientraining können diesen Beschwerden vorgebeugt werden oder sie können gar minimiert werden. Durch ein regelmäßiges Faszientraining wird die Flexibilität, die Mobilität und die Leistung der Muskulatur gesteigert. Zusätzlich wird die gezielte Regeneration der Muskeln angeregt und die Blutzirkulation gesteigert. Es heißt, dass durch den Gebrauch von Faszienrollen aktiv zur Fitness, Leistungsfähigkeit und zum Wohlbefinden beigetragen wird und Schmerzen sowie typische Sportverletzungen vermieden werden.

Kritik zur Anwendung der Faszienrolle

Natürlich gibt es zur Anwendung der Faszienrolle auch einige kritische Stimmen. Diese warnen vor der übertriebenen Anwendung ohne ärztliche Anleitung. Es wird gelegentlich angezweifelt, ob Verklebungen und Verhärtungen der Faszien überhaupt durch den Rollen-Gebrauch wirksam verändert werden können. Es heißt auch teilweise, dass die Faszien durch das klassische Training bereits optimal muttrainiert werden und ein Faszientraining somit nicht benötigt wird. Es wird kritisiert, dass das Faszientraining und nicht das Muskeltraining beworben wird, obwohl es als Ergänzung zu sehen ist. Generell kann man sagen, dass noch einige weitere Studien und Erfahrungen nötig sind, um die Wirkungen des gezielten Faszientrainings besser beurteilen zu können.

Training mit der Faszienrolle

Die Faszienrolle kann zur Selbstmassage aber auch für ein ganzen Vorkommt genutzt werden. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Übungen, welche die verschiedenen Muskelpartien des Körpers ansprechen. Eine super Übersicht zu verschiedenen Übungen findet Ihr auf der deutschen Blackroll-Website: http://blackroll.de/pages/uebungen

Unser Fazit zur Faszienrolle

Wir denken, dass es durchaus Sinn macht, sich eine solche Rolle anzuschaffen. Das Training kann schnell und unkompliziert an jedem beliebigen Ort durchgeführt werden und einige Argumente sprechen durchaus für die Nutzung dieses Tools. Allerdings sollte man es sicherlich nicht als Allheilmittel sehen, mit Sicherheit wird es das klassische Muskeltraining nicht ersetzen. Es kann für Profisportler aber auch die ältere Generation durchaus sinnvoll sein. Man darf nie vergessen, dass es ein langfristiger Prozess ist und keine sofortigen Effekte zu erwarten sind. Ein Faszientraining sollte ergänzend zum Muskeltraining durchgeführt werden, dann bringt es auch durchaus positive Effekte mit sich.

1 Kommentar zu Die Faszienrolle

  1. Hallo, der Text ist wirklich sehr informativ! Ich nutze seit ca. 2 Monaten eine Faszienrolle und kann mich wirklich nicht beklagen. Jeden morgen mache ich meine Übungen und konnte dadurch Schmerzen im Rücken lindern! Gruß

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